(wm) Bereits das Thema dieser mit Gold international ausgezeichneten Sammlung klingt vielleicht so manchem eher ungewöhnlich. Zumal man darum weiß, dass die ersten Briefmarken des Deutschen Kaiserreiches, die sog. Brustschild-Marken doch erst am 1. Januar 1872 – also nicht 1871 – das Licht der Welt erblickten. Allerdings trat die Verfassung des Deutschen Kaiserreiches bereits am 4. Mai 1871 in Kraft, weshalb Auktionator Roland Meiners die in dieser Zeitspanne bis zum Jahresende 1871 verwendeten Marken des Norddeutschen Postbezirkes als „Brustschild-Vorläufer“ bezeichnet, die seiner Ansicht nach in jede Deutsches-Reich-Sammlung oder gar in jede Deutschland-Generalsammlung gehören. „Ohne diese Marken wäre eine Sammlung des Deutschen Reiches von 171 bis 1945 nicht ‚komplett‘“, lässt er sich zitieren. Zu dem Thema hat der Urheber dieser beeindruckenden Sammlung, Dr. Peter Müller, ein Buch mit dem gleichnamigen Titel der Sammlung 2013 in der Schriftenreihe (Nr. 57) der ArGe Norddeutscher Postbezirk e.V. veröffentlicht, das ebenfalls noch beim Auktionshaus in geringer Zahl erhältlich ist. Zusammen mit dem vorzüglich gemachten Hardcover-Sonderkatalog der Sammlungsversteigerung ist es eine wertvolle Dokumentation dieses interessanten Kapitels der Philatelie.

Die farbigen Abbildungen in bester Qualität und die fachkundige Beschreibung der angebotenen 327 Belege sprechen für die Schönheit und Qualität des ausgesuchten Materials, allerdings auch vielfach für deren Seltenheit, so dass sich häufig Ausrufpreise in vier- oder gar fünfstelliger Größenordnung bewegen. Meiners dazu wörtlich: „Wie gut die Sammlung wirklich ist, haben wir erst bei der intensiven Arbeit an den Losbeschreibungen gemerkt.“ Als Fachmann muss er es wissen.

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