(pcp) Zur Absage teilte die Geschäftsstelle des Berufsverbandes des Deutschen Münzen-Fachhandels am 25. Mai 2020 mit:
Zu unserem großen Bedauern müssen wir … mitteilen, dass die Münzmessen in Dortmund (6. September 2020) und Stuttgart (19. bis 20. September 2020) in diesem Jahr nicht stattfinden können. Obwohl beide Veranstaltungen erst im September, also nach Ablauf des derzeitigen Verbots von Veranstaltungen bis 1.000 Besuchern, stattfinden würden, sieht sich der Berufsverband in Übereinstimmung mit der World Money Fair Berlin nicht in der Lage, die Verantwortung für die Durchführung der beiden Börsen zu übernehmen.
Niemand kann heute mit Sicherheit die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie vorhersagen. Es ist durchaus möglich, dass im Herbst eine 2. Infektionswelle entsteht, die zwangsläufig zu einem erneuten Shutdown führen müsste. Dies hätte zur Folge, dass auch im September 2020 keine Messen stattfinden dürften. Beide Börsen benötigen jedoch eine mehrmonatige Vorbereitungsphase, die naturgemäß mit erheblichen weiteren Kosten verbunden wäre.
Beispielhaft seien hier Kosten für Brücken- bzw. Plakatwerbung, Inserate in Fachzeitschriften, Druck von Ausstellerunterlagen und Eintrittskarten, Buchung von Dienstleistungen, wie z.B. Security-Kräften, Hotelzimmern, Hallenmeister, Elektrik, Standbau, Messemöbel sowie Messe Catering genannt. Es handelt sich bei den genannten Kosten um Ausgaben, die auf jeden Fall auf den Verband zukämen, sollten die Messen abgesagt werden. Verträge, die zurzeit in Kenntnis der Corona Lage geschlossen werden, können nicht wegen vermeintlich höherer Gewalt kostenfrei storniert werden. Die Mehrausgaben für den Verband wären so erheblich, dass sie die erwirtschafteten Überschüsse der letzten Jahre mit einem Schlag zunichtemachen würden.
Eine kostenneutrale kurzfristige Absage wäre auch für den Fall ausgeschlossen, dass es zu einem behördlichen Verbot der Messe käme. Dieses Risiko sehenden Auges in Kauf zu nehmen, wäre im Interesse des Verbandes unverantwortlich. Zusätzlich zu den bereits entstandenen Mietkosten würden dann auch die vorgenannten Kosten auf den Verband zukommen. Hinzu kämen zusätzliche Kosten für die Durchführung der Messen, wie z.B. erhöhter Bedarf an Sicherheitskräften zur Überwachung und Sicherstellung der Mindestabstände. Diesen erhöhten Kosten stünden mit Sicherheit geringere Einnahmen im Vergleich mit den Vorjahren gegenüber. Die vermietbare Standfläche müsste wegen der notwendigen Sicherheitsabstände reduziert werden, zudem ist mit einer geringeren Besucherzahl zu rechnen. Nicht zuletzt spielt bei der Entscheidung des Berufsverbandes auch das Wohl, also die körperliche Unversehrtheit der Aussteller und Besucher eine ganz entscheidende Rolle.
Bei Abwägung aller vorgenannten Umstände ist der Vorstand zu dem Ergebnis gekommen, beide Veranstaltungen in diesem Jahr abzusagen. Dies bedeutet indes nicht das endgültige Aus für die beiden Börsen. Wir gehen für das kommende Jahr von einer weitestgehenden Lockerung aller Beschränkungen des öffentlichen Lebens einschließlich von Großveranstaltungen aus und sind daher zuversichtlich, dass im kommenden Jahr alle bekannten Münz- und Briefmarkenmessen wieder stattfinden werden.