(pcp/wm) Der Reichtum abwechselnder und alles andere als eintöniger Themen macht den Reiz dieser neuen Ausgabe des Rundbriefes aus. Karsten Wildschütz stellt auf zehn Seiten einen Brief aus Popen im Kurland über Königsberg nach Brügge in Belgien – franko Wesel aus dem Jahr 1795 vor, Dr. Joachim Helbig behandelt die Briefzensur während der Herrschaft der 100 Tage (17 Seiten), Erling Berger den Postversand durch private Dampfboote von Hamburg nach London 1825–1832 und Dr. Thomas Mathà einen Adelsbrief in die Flitterwochen von 1847. Eine 20-seitige Studie steuern Arnim Knapp und Renate Springer über die Missionstätigkeit der Brüdergemeine Herrenhut und Kleinwelka mit Südafrika bei, Chris King einen ähnlich umfangreichen Beitrag zur Post in Lübeck vor 1868 und Dwayne O. Littauer eine Ausarbeitung zum Vertrag USA-Bremen von 1847: Stempel und Taxvermerke auf Briefen während der „One-Month“-Periode (28 Seiten). Sieht man einmal von dem professionell gestalteten Layout und der fachlich gut lektorierten Wiedergabe dieser Beiträge ab, ist die Tiefe und Kenntnisdichte der Autoren anzuerkennen, die Experten auf ihren Gebieten sind. Gegen den allgemeinen Zeitgeist, der zunehmend mehr etwas umfangreichere Fachstudien in den üblichen sog. Fachzeitschriften verschwinden lässt, präsentiert der Deutsche Altbriefsammler-Verein seinen Mitgliedern nicht nur „erste Sahne“, sondern auch gut gewürzte Kost – eben alles andere als übliche Hausmannskost. Chapeau!

Interessenten an diesen Rundbriefen wenden sich bitte an den Schriftleiter Heinrich Mimberg, Tel. 0 69/7 89 56 45, E-Mail: schriftleiter@DASV-Postgeschichte.de