(pcp) Die Marianen zählen für viele Sammler der Briefmarken und Entwertungen der ehemaligen deutschen Auslandspostämter und Kolonien zu den eher unattraktiven Gebieten. Dies hat sicher verschiedene Gründe. Insbesondere dürften wohl die Marken der Aufdruck-Ausgaben (Michel-Nr. 1 I – 6 I und 1 II – 6 II) dafür verantwortlich sein. Die Michel-Nr. 1 I – 6 I sind aufgrund ihrer geringen Auflagenhöhe selten, zudem ist bedarfsgebrauchte Post bei beiden Aufdruck-Ausgaben kaum vorhanden. Außerdem, und das dürfte wohl der wesentlichste Punkt sein, sind diese Ausgaben wie keine anderen innerhalb der ehemaligen deutschen Auslandspostämter und Kolonien durch nicht zeitgerechte Entwertungen belastet. Wenn auch bei anderen Gebieten, wie z.B. bei der Aushilfsausgabe von Tientsin, der Auslandspostanstalt Lamu oder der Aufdruckausgabe der Marshall-Inseln, vor- und rückdatierte Entwertungen vorkommen, so besteht wohl bei keiner anderen Markenausgabe einer ehemaligen deutschen Kolonie ein derart krasses Missverhältnis zwischen verhältnismäßig wenigen zeitgerecht angebrachten Entwertungen einerseits und einer großen Masse von gebrauchten Marken, die mit einem willkürlich vor- oder rückdatierten Stempel entwertet wurden, andererseits.

Die Frage, wie die Entwertungen der Marianen zu systematisieren und hinsichtlich der Frage, ob der Stempel zeitgerecht abgeschlagen wurde, zu beurteilen sind, beschäftigt namhafte Philatelisten bereits seit mehr als einhundert Jahren. Die jüngste umfassendere Veröffentlichung zu diesem Thema stammt von ERNST EINFELDT aus dem Jahr 1995. Die letzte komplette Bearbeitung des Sammelgebiets Marianen unter deutscher Verwaltung stammt von DR. HEINRICH WITTMANN im Rahmen des Friedemann/ Wittmann-Handbuchs aus 1988.
Da sich auch im Rahmen der Neubearbeitung der deutschen Auslandspostämter und Kolonien im Michel-Katalog 2006 eine einheitliche Sorteneinteilung für nicht zeitgerechte Entwertungen herausgebildet hat, bot es sich zunächst an, eine entsprechend aktualisierte Darstellung der Entwertungsdaten und Sorten der Aufdruck-Ausgabe zu veröffentlichen.

Schon relativ bald nach Beginn der Arbeit stellte sich allerdings heraus, dass der Schritt zu einem kompletten Handbuch der Postwertzeichen und Entwertungen der Marianen insgesamt nicht besonders groß ist. Auch hätte eine reine Überarbeitung des von ERNST EINFELDT herausgegeben Heftes das Sammelgebiet auf die Beurteilung der Entwertungen der Jahre 1899 – 1901 reduziert. Dieses Handbuch soll zeigen, dass die Marianen in der Zeit der deutschen Verwaltung als Sammelgebiet deutlich mehr zu bieten haben als die Sorteneinteilung der Entwertungen zwischen 1899 und 1901.

Kurzinfo: Carsten Brekenfeld, Michael Jäschke-Lantelme, Dr. Peter Provinsky: Die Postgeschichte der Marianen 1899 – 1914, erschienen als Band 9 der Reihe „Schriften zur Deutschen Kolonialphilatelie und Kolonialgeschichte“,140 Seiten, zahlr. Abb. in Farbe und tabellarische Übersichten, broschiert, VP: 29 Euro zzgl. Porto. Bezug: Tilmann Nössig, Koppenstr. 16, 10243 Berlin, Telefon: 030-2 96 09 09, Fax: 030-99 49 88 06, E-Mail: Geschaeftsfuehrer@kolonialmarken.de