Bock_Ruediger_2006_vLAm 6. Juli 2018 starb Rüdiger Bock aus Rheinbach. Bock war seit 2005 Mitglied des Consilium Philatelicum des BDPh und hatte sich zu seiner Zeit als Chef der Philatelieabteilung der Deutschen Bundespost hohe Verdienste, Hochachtung und Anerkennung erworben. Die Zusammenarbeit mit ihm entwickelte sich für die Philatelieverbände APHV und besonders für den BDPh sehr erfreulich und blieb auch nach seiner aktiven Zeit unvergessen.

Geboren wurde Rüdiger Bock am 8. Dezember 1934 in Lübeck. Aufgewachsen war er in Wien, danach in Lübeck. Dem Besuch des Gymnasiums und Abitur folgte 1955 Bocks Eintritt in den Postdienst, wo er zuerst im Schalterdienst, später in Hamburg 1 im Bereich Briefein-/abgang leitend, aber auch für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit tätig war. 1968 wechselte Bock ins Postministerium nach Bonn. Er wurde zum 1. Juli 1979 als Ministerialrat zum Leiter des Referates für Postwertzeichen berufen und nahm diese Aufgabe bis zum 31. März 1990 als „Fachbereichsleiter Postwertzeichen, Philatelie“ wahr. 1990 wurde er zum Präsidenten der Bundesdruckerei in Berlin ernannt. Er war der letzte Präsident des Traditionsunternehmens, das 1994 in eine GmbH umgewandelt wurde, in der er als Sprecher der Geschäftsführung die leitenden Aufgaben wahrnahm. Am 30. Juni 1999 trat er in den Ruhestand.

Rüdiger Bock war kein Briefmarkensammler, aber er war ein großer Freund der (organisierten) Philatelie und der Briefmarke. Seine Hobbies galten in jüngeren Jahren dem Sport, besonders dem Rudern und – zusammen mit seiner Ehefrau – dem Turniertanz. Über die Jahre entwickelte sich zwischen ihm und Dr. Heinz Jaeger, der von 1973–1991 Präsident des Bundes Deutscher Philatelisten war, ein besonderes Vertrauensverhältnis, das aus gegenseitigem Verständnis für die Zielsetzungen des jeweils anderen erwuchs. Die DPhJ ernannte Bock zum Ehrenmitglied, der BDPh ehrte ihn 1990 mit seiner Ehrenmedaille.

Eine seiner besten Eigenschaften war: Er konnte aufmerksam zuhören, den Dialog suchen und – falls notwendig – Kompromisse finden, mit denen alle Seiten leben konnten. Seine einfühlsame und verständnisbereite Art machte ihn zu einen der Großen der deutschen Philatelie-Szene jener Jahre.

Foto: Rüdiger Bock (Vorlage: Foto: Wilhelm van Loo 2006)