(wm) „Briefmarken sind für ihn Chefsache“, textete Wolfgang Möller in einem Beitrag zu Fromms 75. Geburtstag am 6. April dieses Jahres. Zur 70-Jahr-Feier des APHV waren Fromm und seine Frau Ursula noch am 18./19. Mai 2019 in Berlin mit dabei. Ideen für Veranstaltungen der kommenden Jahre wurden diskutiert – zehn Tage später starb das „Gothaer Urgestein der Philatelie“, wie Möller ihn bezeichnet hatte, plötzlich und völlig unerwartet. Viele, die ihn kannten, wollten es kaum glauben.

Zur Welt kam Fromm am 6. April 1944 in Gotha-Siebleben. Ursprünglich, zu DDR-Zeiten, arbeitete er als gelernter Schlosser im VEB Waggonbau Gotha, war – ähnlich wie sein Bruder Manfred – auch Pressefotograf, aber seine Liebe gehörte bereits damals den Briefmarken. Er wechselte mit der „Wende“ 1990 in das Briefmarkengeschäft und wurde Berufsphilatelist. Zuerst mit einem Fachgeschäft in Erfurt in der Großen Engengasse 2, ab Mitte 1995 mit einem Geschäft in der Kürschnergasse. Seit Januar 1994 führten er und seine Frau auch ein Fachgeschäft in Gotha. Bereits seit den 1960er-Jahren engagierte Fromm sich ehrenamtlich in Betriebsarbeitsgemeinschaften, im Kulturbund und im Philatelistenverband der DDR, nach der Wende auch im Landesverband Thüringer Philatelisten. Selbst im Weltverband der Autoren und Fachjournalisten der Philatelie (AIJP) war er ein geschätztes Mitglied. Für zahlreiche Philatelie-Veranstaltungen in Gotha zeichnete er seit Jahrzehnten verantwortlich. Dem Briefmarkensammler-Verein Gotha 1890 e.V. gehörte er seit 1959 an und war seit 2007 dessen Vorsitzender.

Unvergessen und vielfach gewürdigt wurde seine Leistung als Organisationsleiter des 114. Deutschen Philatelistentages in Gotha, der verbunden mit mehreren Ausstellungen und einer Schatzkammerschau der englischen Königin Queen Elizabeth II. zu einem Höhepunkt seines reichhaltigen Schaffens wurde. Dafür wurde er u.a. mit dem Ehrenbrief der Stadt Gotha, der Ehrenmedaille des Landesverbandes Thüringer Philatelisten und der Richard-Renner-Medaille ausgezeichnet.

Seit 1963 war Fromm auch Aussteller, 1988 erhielt eine seiner Sammlungen Gold auf der Sozphilex. Er war aber auch erfahrener nationaler Juror (Rang 1–3), der seinen Rat jedem zur Verfügung stellte, der ihn darum anfragte. Beliebt und geschätzt von Freunden und Geschäftskunden förderte er die Philatelie und zusammen mit dem Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) gelang es ihm, 2018 eine Sondermarke mit dem Motiv von Schloss Friedenstein für die Stadt zu erreichen.

Eckehard Fromm wird nicht nur seinem Verein, sondern auch der deutschen Philatelie fehlen.

Foto: Eckehard Fromm. (Vorlage: Wolfgang Woelk)