(ph/pcp-wm) Wie gewohnt einmal im Jahr, diesmal am 16. November 2019, legt die Firma Peter F. Harlos KG aus Wunstorf ihren neuen Auktionskatalog vor. Wieder werden 5 000 Briefe, Karten und Ansichtskarten, handverlesen als Einzellose, aus den meisten Bereichen der deutschen und internationalen Postgeschichte angeboten, oft zu sammlerfreundlichen Preisen ab 10 Euro. Die Firma benutzt häufig sehr niedrige Ausrufe, um möglichst vielen Sammlern die Gelegenheit zum Mitbieten zu geben.

Social Philately wird bei Harlos immer sehr großgeschrieben. Ihm geht es meist darum: Wer hat den Brief oder die Karte geschrieben? Wer war der Empfänger? Warum wurde eine Mitteilung gemacht? Interessante Briefschreiber sind auf vielen Seiten dieses Auktionskataloges zu finden. Wissenschaftler, Literaten, Weltreisende haben ihre Spuren auf Briefen und Karten hinterlassen. Besonders am Herzen liegen Harlos die vielfältigen Belege zur Geschichte der Juden in Deutschland. Dazu zählen nicht nur die Dokumente aus den Konzentrationslagern, sondern auch „letzte Briefe“, von jüdischen Einwohnern vor einer zu erwartenden Deportation in den Osten an ihre Angehörigen geschrieben, die oft schon in den Ghettos in Shanghai oder auch auf den Philippinen wohnten. Und wer weiß heute noch, dass auf dem Dachboden des Gasthofs zur Sonne von Großwerther im März 1945 für zwei Wochen ein Nebenlager des KZ Dora eingerichtet war? Bei Harlos nachzulesen.

Schwerpunkte bei Harlos sind diesmal die Auflösung mehrerer Ausstellungssammlungen. Sie seien kurz genannt: Rohrpost Berlin und München mit seltenen Ganzsachen und Portostufen; Französische Zone 1945 mit guten Probedrucken und Zensuren, dabei viele Beanstandungen und die seltene Berlin-Zensur (1.000 €); AM-Post 1945, ebenfalls mit vielen beanstandeten Briefen sowie früher Aachen-Beleg für 1.500 € (200 Lose); Mecklenburg-Vorpommern mit den Lokalausgaben (150 Lose); Kontrollrat 1946 mit Frankaturen, diesmal auch mit Einzelmarken in besseren Farben, z.B. 6 Pfg. Ziffer in schwarzviolettgrau im Viererblock (5.000 €), (200 Lose); Frühe Maschinenstempel des Deutschen Reiches, ab Hinrichsen, dabei auch das Unikat eines Briefstücks mit dem ersten Hoster-Stempel von Berlin (700 €); Notopfer Berlin mit vielen Papier- und Wasserzeichen-Abarten, dabei die Nr. 7 ** und 1 BX auf Briefstück; Olympische Spiele 1936 mit Absenderfreistempeln (z.B. Leni Riefenstahl für 400 €), Einschreibbriefen, Foto- und Sonderkarten (200 Lose); Zensurpost 1914–1945 (200 Lose) mit seltenen Beanstandungszetteln.

Traditionell stark vertreten sind bei Harlos Belege aus den Anfängen der Polnischen Republik ab 1919, Zensur- und Militärgeschichte, Feld- und Kriegsgefangenenpost, Luftpost sowie Deutsche Nebengebiete wie Memel, Allenstein und Kolonien. Über 1000 Lose internationale Postgeschichte mit Schwerpunkten Österreich, British Commonwealth und China bilden den Abschluss des Kataloges.