(pf/pcp) „Man stelle sich vor: Die Pfalz — ein Teil Bayerns, zeitweise sogar des Königreichs Bayern! Die „Rheinpfalz“, wie sie eine Zeitlang hieß, gehörte immerhin von 1816 bis 1946 de jure zu Bayern. Die Maximilians und Ludwigs waren auch die Könige der Pfälzer, ebenso wie die der Franken, Schwaben, der Ober- und Niederbayern. Der Speyerer Ausstellungskatalog zum Wittelsbacher Jahr 2013 spricht und titelt sogar vom „Königreich Pfalz.“

So lautet die Einführung zu Wilfried Bergers Ausstellungssammlung der bayerischen Rheinpfalz, die einen weiten Bogen spannt von der vorphilatelistischen Frühzeit bis zur Bayern-Philatelie. Die Sammlung zeigt in faszinierender Weise die Schönheit des postgeschichtlichen Sammelgutes, die vielfältige Verwendung der Poststempel und die Entwicklung der einzelnen Postdienste. Sie wurde vielfach auf Ausstellungen gezeigt und ausgezeichnet. In Sindelfingen erhielten ausgestellte Teilbereiche das bronzene, silberne und goldene Posthorn.

Wilfried Berger interessierte sich bereits seit seiner Kindheit für Briefmarken. Mitte der 1960er-Jahre initiierte ihn ein Artikel in der Briefmarkenzeitschrift „Mauritius“ zum postgeschichtlichen Sammeln. In ganz wenigen Jahren baute er seine großartige Kollektion des oldenburgischen Fürstentums Birkenfeld auf. Er war seinerzeit dort im Schuldienst tätig. 1975 verfasste er seine 144 seitige Monografie „Post im Fürstentum Birkenfeld“. Sammlung und Buch wurden u.a. anlässlich der IBRA 1972 in München ausgezeichnet. Seine im Anschluss aufgebaute Pfalz-Kollektion, die mit der Zeit auf 30 Bände anwuchs, fand ebenfalls große Beachtung. 1986 trennte er sich von seiner Spezialsammlung „Landau und Edenkoben“, sie wurde vom Freiburger Auktionshaus Ladewig mit einem Sonderkatalog angeboten. Aus dem Nachlass des Hauptkäufers konnte Wilfried Berger später zahlreiche Stücke seiner Sammlung zurück erwerben. Auch die Pfalz-Sammlung von Wilfried Berger wurde vielfach ausgestellt, u.a. in Nürnberg, Berlin, Stuttgart, St. Gallen und Basel. Wilfried Berger hat sich auch in die organisierte Philatelie eindrucksvoll aktiv eingebracht. Als Vorsitzender des Briefmarkenvereins Landau organisierte er u.a. die LANDAU 80 und weitere Ausstellungen.

Seit 1974 ist er (mit fünfjähriger Unterbrechnung) bis zum heutigen Tag Vorsitzender des philatelistischen Arbeitskreises Pfalz. Im Mitteilungsblatt DER PFALZSAMMLER erschienen unzählige Artikel zur Pfalz-Philatelie und -Postgeschichte aus seiner Feder. Treue Wegbegleiter der Vergangenheit waren u.a. die verstorbenen Sammlerfreunde Günter Bentz, Dr. Karl Zangerle, Dr. Niedermeier, Oskar Glimm, Johann Ulrich Schmitt und Prof. Hans A. Weidlich.

Wilfried Berger ist mittlerweile 84 Jahre alt und verbringt seinen Lebensabend in dörflicher Idylle im Elsass, unweit der deutschen Grenze. Obwohl er seine Lieblingssammlung in den philatelistischen Kreislauf zurückgegeben hat, bleibt er der Philatelie treu. Zur Zeit beschäftigt er sich mit den klassischen Ausgaben der Schweiz.

Dieses Vorwort schrieb Peter Feuser für seinen Sonderkatalog zu dieser bekannten Sammlung. Die Sammlung wird in über 500 Einzellosen angeboten. Der broschierte Sonderkatalog ist in gewohnter Feuser-Qualität. Einfach perfekt. Kontakt: feuser-auktionen@t-online.de, Homepage: www.feuser-auktionen.de