(gk-cph/pcp) Der Philateliehistoriker Wolfgang Maassen wird eindrucksvoll, anschaulich und wie immer überaus spannend über einen Philatelisten und Auktionator zu erzählen wissen, der am 4. Februar 1891 in San Francisco seine erste Briefmarkenhandlung eröffnete, im Jahr 1901 eine Filiale in Hamburg einrichtete und nach dem verheerenden Erdbeben in San Francisco 1906 das Geschäft vollständig in die deutsche Hansestadt verlegte. So hat der Vortrag von Referent Wolfgang Maassen auch die Überschrift: „Wilhelm Sellschopp: Ein Auswandererschicksal. Unbekannte Einblicke in das Leben eines vergessenen Philateliepioniers in den USA und Deutschland.“
Nicht weniger interessant ist für viele Sammler das aktuelle Auktionsgeschehen. Wer die derzeitigen Ergebnisse der großen deutschen und international agierenden und vernetzten Auktionshäuser recherchiert, staunt über die guten Ergebnisse, die gerade herausragende Marken und Belege erzielen. Und wer sich, warum auch immer, mit dem Gedanken trägt, seine Sammlungen, ein Exponat oder das eine oder andere gute und seltene Stück in eine Auktion zu geben, dem helfen sicher gute Ratschläge und Erfahrungen des Geschäftsführers des ältesten deutschen Auktionshauses Heinrich Köhler, Wiesbaden. Auch die Käuferseite wird beleuchtet und Umgehungsmöglichkeiten für gewisse Risiken werden präsentiert. Dieter Michelson informiert in seinem Referat: „Wie funktioniert eine Auktion? – Einblick in das moderne Auktionsgeschehen.
In die Welt besonderer Postgeschichte führt ein Referat über Blindensendungen. Auf dem UPU-Kongress am 21.3.1885 in Lissabon wurde erstmalig über eine besondere postalische Behandlung von in erhabenen Punkten (Brailleschrift) geschriebenen Briefen beraten. Im Artikel XVII vom 1.4.1886 wurde festgelegt, dass Briefe, in die fühlbare Punkte geprägt wurden (Blindenschrift), so zu behandeln seien wie Drucksachen. Zuvor wurden Briefe von Blinden wie Briefe in normaler Schrift behandelt. In den Folgejahren entwickelten zahlreiche Postverwaltungen spezielle Tarife für Blindensendungen, einige ermäßigten die Gebühren für Briefe in Blindenschrift, andere befreiten Blindenbriefe grundsätzlich von der Grundgebühr, wieder andere behandelten Blindenbriefe weiter wie normale Briefsendungen. Franz-Karl Lindner referiert demzufolge über „Blindensendungen international – die postalische Behandlung von Briefen an und von
Blinden ab dem 19. Jahrhundert.“
Tagungsort: Haus der Philatelie und Postgeschichte, Mildred-Scheel-Str. 2, 53175 Bonn. Der Frühschoppen des CPh beginnt um 10 Uhr und endet gegen 14 Uhr. Für Getränke und für einen Mittagsimbiss ist gesorgt. Anmeldung ist erbeten bei: Günther Korn, Tucherstraße 10, 90562 Heroldsberg, Tel: 0911 567 93 130 / E-Mail: korng@gmx.de