Die Kommission für Philatelistische Literatur der FIP tritt auf der Stelle

(wm) Zwei Jahre nach der Wahl zum Präsidenten der Kommission für Philatelistische Literatur konnte der Australier Gary Brown in der Kommissionssitzung am 1. Dezember 2018 in Bangkok immer noch nichts Nennenswertes vorlegen. An der Sitzung, die im Programm auf zwei Stunden veranschlagt worden war, aber nur rund 30 Minuten dauerte, nahmen nur zehn Delegierte nationaler Sammlerverbände teil, was bereits deutlich die fehlende Erwartungshaltung charakterisierte. Es gab kein Programm, aber auch nichts Berichtenswertes über Reformen oder Innovationen, die die Kommission eingeleitet hätte. Brown beschränkte sich auf den Hinweis, dass er erst die Ausstellungen in Verona (dort fand vor wenigen Wochen eine Internationale Philatelistische Literatur-Ausstellung statt) und die STOCKHOLMIA 2019 abwarten wolle, bevor er eine Neufassung der seit Jahrzehnten bereits veralteten Reglements in Angriff nehmen wolle. Vom Vorstand, dem sog. Board, waren außer Gary Brown nur Ari Muhonen aus Finnland und der Sekretär Muhammad Javaid aus Dubai vertreten. Vorstandsmitglied Wolfgang Maassen aus Deutschland hatte abgesagt, da er nach zwei Jahren fehlender Arbeitsergebnisse keinerlei Resultate aus dieser Sitzung in Bangkok erwartete. Er veröffentlichte im Vorfeld kritische Anmerkungen und wünschenswerte Forderungen an künftige Ausstellungen mit Literaturklassen in der Zeitschrift der AIJP, dem „Philatelic Journalist“. Maassen ist Präsident der AIJP, dieses Weltverbandes der Philatelie-Autoren und Journalisten.
Dr. Giancarlo Morolli, Vizepräsident der FEPA, der Vereinigung der europäischen nationalen Sammlerverbände, hatte dem FIP-Kommissionspräsidenten ebenfalls bereits bewährte neue Regelungen vorgestellt, ohne dass eine Kooperation zustande kam. Er koordinierte die Entwicklung dieser Vorschriften, die dem Schema der bestehenden bei der FIP folgten, um Verwirrung unter den Ausstellern zu vermeiden, die aber durch die Überprüfung der „Zusatzregeln“ weiter verbessert werden konnten, da deren Inhalt mehr die Organisatoren als die Aussteller betrifft und daher als Ergänzung zur FIP GREX besser geeignet ist.
Bis heute besteht bei FIP-Ausstellungen keine Möglichkeit, digitale Literatur oder Webseiten zu präsentieren. Ein Zustand, der mittlerweile völlig unhaltbar ist. Ähnlich wie die veraltete Webseite dieser Literaturkommission (http://www.fipliterature.org/), die seit vielen Jahren nicht mehr gepflegt oder aktualisiert wird. In Bangkok wurde dies zwar angesprochen, mit Ari Muhonen steht auch ein versierte IT-Spezialist zur Verfügung. Allein es fehlt – auch hier – an Vorgaben des Präsidenten und an Autoren, die die Arbeit machen.

Foto: Gary Brown. Vorsitzender der FIP-Literaturkommission. Vorlage: Anzeige der Firma Grosvenors auctions.