Bei der Wahl der für die 42 Mitglieder des BDB möglichen Besteuerung zugeschlagener Auktionslose zum normalen Steuersatz oder der sog. Differenz-Besteuerung (bei dieser wird nur die Dienstleistung des Auktionators voll besteuert), waren sich die Verbandsmitglieder bei ihrer diesjährigen Tagung in Münster am 8. Juni 2013 einig: Sie optieren für den Nutzen ihrer Kunden, auch wenn ihnen die neuen Steuerregeln ab 1. Januar 2014 und die mögliche Differenzbesteuerung selbst weit mehr Arbeit und Aufwand macht.

Das Thema der veränderten Steuergesetzgebung nahm bei der Tagung breiten Raum ein und Steuerberater Werner März zeigte detailliert die notwendigen Schritte auf, künftig das Gesamtangebot bei einzelnen Auktionen so zu offerieren, das es allen steuerrechtlich relevanten Forderungen gerecht wird, indem man die Möglichkeit der für Auktionskunden in nahezu allen Fällen günstigeren Differenzbesteuerung wählt. Der Administrationsaufwand für Auktionatoren wird allerdings deutlich größer. Es gilt nicht nur Software-Programme neu zu programmieren, sondern auch vermehrt interne Nachweise für spätere Steuerprüfungen zu führen. Aber unter dem Strich bleibt die Erkenntnis: für die Kunden deutscher Auktionshäuser haben solche Neuregelungen auch finanzielle Vorteile.

Der Versteigererverband zeigt sich also gut aufgestellt, auch wenn all diese politisch im Rahmen geltender EU-Regelungen und Absprachen vorgenommenen Anpassungen viel Mehraufwand, zumal für den Vorstand des BDB selbst, verursachen. Ansonsten: Die Zahl der Beschwerden von Kunden ist extrem gering, juristische Auseinandersetzungen – meist wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht – ist sehr überschaubar und dies belastet den Verband nicht. Dementsprechend gut sieht die Finanzlage mit einem erzielten Überschuss in der Verbandskasse aus.

Einem Vorschlag, eine Art „Fälschungsdatei kritischer Werke“ verbandsintern zu führen, setzte Christian Geigle, Präsident des Bundes philatelistischer Prüfer (BPP), das bestehende Angebot derartiger bereits von den Prüfern für ihre jeweiligen Fachgebiete geführten Dateien entgegen, die solche Projekte eigentlich überflüssig machen, da diese bereits vorhanden und die Grundlage der jeweiligen Prüfung seien. Zudem gäbe es Millionen von (Ver-)Fälschungen; der für den BDB entstehende Aufwand sei enorm und kaum überschaubar. Möglicherweise, so BDB-Präsident Harald Rauhut, findet sich dennoch ein Weg, um diesen sowohl für den Auktionator als auch den Sammler sinnvollen Vorschlag, zumindest in Teilen, praxisnah umzusetzen.

2014 soll zudem eine Neubearbeitung eines weiteren „BDB-Journals“ erscheinen, die die Leistungen der Verbandsmitglieder in Form einer überschaubaren kostenfreien Broschüre Interessenten bei Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen näher bringt. Die Erfahrungen mit der letzten Ausgabe von 2012 waren ausgezeichnet und Gutes kann man, wenngleich in neuer Form, nur wiederholen.

Also alles Glanz und Gloria? Sicherlich nicht so ganz, denn einzelnen Mitbewerbern geht dann doch schon einmal der wettbewerbsrechtliche „Gaul“ durch. Sprüche von Auktionshäusern, die nicht Mitglied des BDB sind, wie „Bei uns wird nichts verramscht!“ in Anzeigenwerbungen sind und bleiben justiziabel, ebenso merkwürdige Google-adwords, die bei Suche nach bestimmten Auktionshäusern auftauchen, mit den gesuchten aber nichts zu tun haben.

Das Internet und dessen Präsentationsmöglichkeiten gehören für engagierte Auktionatoren heute zu den Selbstverständlichkeiten beruflicher Arbeit. Die belgische Firma DELCAMPE stellte den Mitgliedern des BDB ihre Möglichkeiten vor und warb um deren vermehrte Präsenz, denn bislang sind erst einige deutsche Auktionshäuser dort mit ihren Angeboten vertreten. Spürbar wurde, dass man den bislang doch recht überschaubaren deutschen Beteiligungsanteil künftig nachhaltig ausbauen möchte und Delcampe bietet den BDB-Auktionatoren hierzu besondere Vorzugsbedingungen an. Den potentiellen Auktionskunden dürfte es freuen, wenn er vermehrt namhafte Auktionshäuser und deren Angebote im Netz findet.

Für den Berichterstatter auffällig war die gute Stimmung bei dieser Mitgliederversammlung des Verbandes. Kein „Heulen und Zähneknirschen“ angesichts von längst nicht überwundenen Finanzkrisen, Destabilisierung von Märkten und beunruhigenden Signalen der Geldentwertung. Die BDB-Mitglieder gehen die Probleme offensiv an, zeigen Flagge, auch vermehrt international.