(dm) Der weithin für den Vertrieb von falschen und/oder verfälschten Briefmarken bekannte Händler aus dem Baden-Württembergischen Steinenbronn hat in einem gerichtlichen Verfahren angekündigt, seinen Vertrieb nun endgültig einzustellen. Der Onlineshop ist seit Ende August 2018 offline. Mitte Oktober 2018 war der Laden für einige Tage nochmals online, wurde aber dann wieder geschlossen. www.hahn-briefmarken.de oder www.hahn-stamps.com

Wie kam es dazu, daß der Händler seinen Vertrieb einstellte?

Der APHV hat Herrn Hahn im Juni 2018 wegen irreführender Geschäftspraktiken und wegen des Vertriebs von Fälschungen abgemahnt. Er hat daraufhin eine vertragsstrafenbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Das hat bei dem Händler jedoch nicht dazu geführt, dass er den Verkauf von gefälschten oder verfälschten Briefmarken einstellte. Nachdem Testkäufer weiterhin falsche Marken erhielten, wurde von Hahn eine erneute Unterlassungserklärung verlangt und die verwirkte Vertragsstrafe eingefordert. Der Händler weigerte sich, die Vertragsstrafe zu zahlen und so kam es zum Prozess vor dem Landgericht Stuttgart. Hier wurden auf Antrag des APHV sowohl Akten zu einem weiteren Verfahren vor dem Landgericht Stuttgart und eines Strafverfahrens vor dem Amtsgericht Ulm beigezogen. In dem weiteren Verfahren vor dem Landgericht Stuttgart fordert ein von Hahn geschädigter Briefmarkensammler 58.000,00 Euro. In dem Strafverfahren vor dem Amtsgericht Ulm war dem Händler bereits Ende 2017 aufgegeben worden, mehr als 23.000,00 Euro an denselben Geschädigten sowie weitere 5.000,00 Euro an die Bewährungs- und Straffälligenhilfe Ulm e.V. zu zahlen. Die vom APHV eingeforderte Vertragsstrafe muss Herr Hahn ebenfalls bezahlen.
In Foren wird seit weit über 10 Jahren über die Angebote und den Vertrieb von falschen und/oder verfälschten Briefmarken durch Hahn berichtet. Mehrfach ist der Händler an den Forenbetreiber herangetreten und hat die Löschung solcher Berichte gefordert. Offensichtlich fühlte er sich durch die Berichterstattungen in seinen Aktivitäten, gefälschte Briefmarken unter das Volk zu bringen, behindert.

 

Es besteht die Hoffnung, dass Herr Hahn seinen Laden diesmal tatsächlich dauerhaft geschlossen hat. Angekündigt hat er dies schon mehrfach. „Wegen der großen Nachfrage“ hat er sich jedoch in der Vergangenheit regelmäßig dann doch entschlossen, arglose Sammler weiter mit gefälschten Briefmarken zu versorgen.

Bleibt abzuwarten, wo die zahlreichen im Besitz von Herrn Hahn befindlichen falschen oder verfälschten Marken demnächst auftauchen werden. Das diesen Fälschungen eigentlich gebührende Schicksal, nämlich die Vernichtung, werden sie wohl nicht erleiden müssen. Der finanzielle Anreiz, diese doch noch irgendwie en bloc in den Verkehr zu bringen, dürfte für den Händler einfach zu groß sein. Da jedoch zahlreiche seiner Fälschungen dokumentiert sind, besteht für ihn die große Gefahr, auch dann entlarvt zu werden, wenn der Verkauf irgendwann durch heute noch unbekannte Dritte versucht werden sollte.