(wm) Der 75. FIP-Kongress wählte am 2. Dezember 2018 den Australier und bisherigen Vizepräsidenten der FIP, Bernard Beston, zum Nachfolger von Tay Peng Hian aus Singapur, dessen Amtszeit nach acht Jahren endgültig ausgelaufen war. Bei seiner Wahl setzte sich Beston mit 64 Stimmen der nationalen Sammlerverbände gegen den Briten Chris King (24 Stimmen) durch. Das Ergebnis war von Insidern erwartet worden, allerdings nicht in dieser eindeutigen Höhe. Selbst die Verbände in (Ost-)Europa verweigerten dem bekannten Philatelisten Chris King aus London ihre Zustimmung, was einmal mehr von Insidern als Zeichen der Uneinigkeit Europas gewertet wurde. King hatte in einer einjährigen Werbekampagne erstmals sehr transparent seine Zielsetzungen für den Fall seiner Wahl öffentlich kommuniziert: Zahlreiche Änderungen der nicht nur von ihm kritisierten Zustände in der FIP standen auf dem Programm. Der Mehrzahl der Delegierten war dies offenbar – so werteten dies nicht wenige Kenner der Szene – viel zu viel und viel zu weitgehend. Bestandswahrung wurde besonders in Asien, aber eben auch in anderen Ländern favorisiert. Mit der Wahl von Bernard Beston fiel die Entscheidung zugunsten eines bekannten Philatelisten, der bereits seit langem in der Australian Philatelic Federation in diversen Ämtern, aber auch international als Sammler und Juror anerkannt ist. Dem FIP-Vorstand gehörte er als Direktor seit seiner Wahl in Lissabon 2010 an, 2014 wurde er in Jakarta zum Vizepräsidenten gewählt. Kenner schätzen ihn als „jolly good fellow“, als umgangsfreundlichen und verständigen Philatelisten. Ob es ihm gelingt, die FIP in ein neues Zeitalter zu führen, wird man in den kommenden Jahren sehen.

Foto: Der neue FIP-Präsident Bernard Beston aus Australien. Vorlage: flash, Nr. 126/November 218