(pcp-wm) Das Memelland hat eine sehr wechselvolle Geschichte. Seit Einführung von Briefmarken im Jahr 1850 war es Preußisch, gehörte dann ab 1871 zum neu gegründeten Deutschen Reich, stand nach dem Ersten Weltkrieg für kurze Zeit unter französischer Mandatsverwaltung, war dann litauisch besetzt, bis es schließlich litauisch wurde. Unter dem Druck der Deutschen Expansionspolitik wurde das Memelgebiet im März 1939 wieder Bestandteil des Deutschen Reiches. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte es zur Sowjetunion und heute nach dem Zerfall der Sowjetunion zu Litauen. Diese ganze Geschichte kann man an den Briefen und Belegen aus dieser Sammlung ablesen, die von Dr. Hans-Christoph von Leindeiner über viele Jahre aufgebaut wurde.

265 Lose werden offeriert. Manches sind seltene Briefe, viele sind aber Sammellose, die nach Ortschaften alphabetisch gegliedert angeboten werden. In dieser Fülle war solch interessantes Material wohl kaum jemals bei einer Auktion zu sehen und selbst Versteigerer Roland Meiners spricht davon, dass von Lindeiner über die Jahrzehnte die wohl umfangreichste postgeschichtliche Sammlung des Memellandes aufbaute, die bis heute existierte. Ungewöhnliche Sammellose gehören dazu, wie z.B. Memel-Vorphilatelie ab ca. 1600, die mit rund 180 Belegen dokumentiert ist. Aber auch eine unberührt belassene Memel-Briefmarken-Spezialsammlung der Ausgaben von 1920–1923 usw. Interessenten sollten diese Sammlung unbedingt besichtigen.

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