(MICHEL-PR/pcp) Die ersten deutschen „Nachkriegsmarken“ erschienen noch während des Krieges, am 19. März 1945 in der Amerikanischen und Britischen Besatzungszone, etwa sieben Wochen vor der Unterzeichnung des Waffenstillstandes in Reims und noch vor Ausgabe der letzten Postwertzeichen des Deutschen Reiches am 21. April. Die Alliierten öffneten mit dieser Ausgabe einen lokal begrenzten Zivilpostverkehr im besetzten Deutschland. Es waren vier Werte in einprägsamer und doch detailreicher Zeichnung eines M in ovalem Rahmen und Rankenornamenten. Bis Januar 1946 erschienen 31 weitere Werte derselben Zeichnung. Im März 2020 feierten diese, unter der Bezeichnung „AM-Post-Marken“ bekannt gewordenen Postwertzeichen ihr 75-jähriges Jubiläum, und die Deutsche Post AG widmete ihnen eine Sonderausgabe, die das bezeichnende Design wiederaufnimmt – und so den Bogen spannt von den ersten Nachkriegswochen bis zu den Ausgaben der Gegenwart. Im aktuell vorliegenden MICHEL-Deutschland-Spezial Band 2 sind die AM-Marken unter den MICHEL-Nummern Bizone 1–35, die Sonderausgabe unter der MICHEL-Nummer BRD 3564 gelistet.

Doch der MICHEL-Deutschland-Spezial beleuchtet nicht nur die politischen Hintergründe der Postwertzeichenausgaben Deutschlands ab 1945. Auch der produktionsgeschichtlich interessierte Sammler findet eine Fülle neuer Informationen, so etwa eine erläuternde Einleitung zu den Automatenmarken Berlins und der Bundesrepublik mit Abbildung der Automatentypen, eine differenzierte Darstellung der Paket-Zulassungsmarken Westberlins und die Ergänzung der Stecher früher bundesdeutscher Postwertzeichenausgaben.

Ein besonderes Highlight stellt freilich die Publikation der Auflagezahlen der Deutschen Post AG dar, auf die Sammler seit nunmehr 16 Jahren warten: Erstmals präsentiert der Deutschland-Spezial die Auflagen der Sonderpostwertzeichen der BRD seit 2013 inklusive der Ersttagsblätter und Markenheftchen sowie der Blumen-Freimarkenserie seit 2005 bis Ende 2020. Ebenso kommen Thematiker der Sammelgebiete Botanik und Märchen auf ihre Kosten, denn die Pflanzennomenklatur wurde im gesamten Spezial differenziert und an den aktuellen botanischen Stand angepasst; die gerade in den Sammelgebieten DDR und BRD beliebten Märchendarstellungen wurden ausführlicher beschrieben und laden so zum erneuten Lesen der altbekannten Texte ein. Und schließlich werden auch die Schatzsucher im neuen Spezial fündig – weist dieser doch eine Vielzahl neuer Abarten und Besonderheiten auf, zum Beispiel die jüngst entdeckten Plattenfehler „Blauer Kometenschauer“ und „Roter Sternenhaufen“, aber auch länger bekannte Besonderheiten, die mit starken Preisbewegungen punkten.

Kurzinfo: 51. Auflage, in Farbe, 1.472 Seiten, über 10.100 Farbabbildungen, ca. 116.100 Preisbewertungen, Hardcover, VP: 92 Euro. ISBN 978-3-95402-369-1. Im Buch- und Fachhandel erhältlich. www.michel.de