(pcp-wm) Wohl jedes philatelistische Sammelgebiet mag sich glücklich schätzen, einen solchen fachkundigen Autor und Kenner zu haben, der es versteht, die Marken eines Landes derart umfangreich, gespickt mit vielfach kaum bekannten Hintergrundinformationen, zu beschreiben und in ansprechender Buchform vorzustellen. Claus Lange hat dies bereits mit dem ersten Band vor drei Jahren unter Beweis gestellt, der die Ausgaben Boliviens von 1859–1945 behandelte. Mag man vielleicht noch der Meinung sein, dass über klassische Ausgaben doch schon alles gesagt ist, sah man sich bereits in diesem ersten Band getäuscht. Umso mehr gilt es für den nunmehr vorliegenden zweiten Band, der das Geschehen der Jahre von 1946–1975 beschreibt. Auch hier erzählt Claus Lange die Geschichten hinter den ausgegebenen, aber auch den nie erschienenen Marken und Ganzsachen. So manche davon hört sich fast unglaublich an und erinnert er an Provinzpossen oder Kriminalromane. Nicht selten – und für Länder nicht nur dieses Teils der Welt nicht untypisch – ging es dabei um Machenschaften, die im Zusammenhang mit der persönlichen Bereicherung bestimmter Kreise und Personen standen. Aber es ist auch die Rede von nicht herausgegebenen Marken, von Halbierungen, von der Bahnpost, von ersten Briefmarkenausstellungen und den Blütezeiten der organisierten Philatelie und damit erinnert der Autor an Zeiten, in denen es Staatspräsidenten noch eine Ehre war, bei philatelistischen Feierlichkeiten zugegen zu sein. Überhaupt berücksichtigt Claus lange speziell auch die Abarten der einzelnen Emissionen, z.B. der ungezähnten Marken und der Aufdruckfehler, er nennt Auflagezahlen, sofern diese überhaupt bekannt sind, auch offizielle Ersttagsbriefe, Gedenkkarten /-umschläge und bietet Informationen zu den Markenmotiven und zum Anlass. Damit wird das Buch fast schon zu einer Enzyklopädie, was umso mehr anzuerkennen ist, da es solche umfassende Informationen weder in der Fachpresse der letzten Jahrzehnte noch an anderer Stelle gab. Im Gegensatz zum ersten Band, der dem Rezensenten nur als Softcover vorlag, ist dieses Buch als Hardcover – wiederum in Farbe – produziert und erschien in der Morgana-Edition (MPG 80). Ob einmal ein dritter Teil für die Ausgaben nach 1975 erschienen wird, lässt der Autor in seinem Vorwort offen. Zu wünschen wäre es.

Format DIN B5, 225 Seiten, in Farbe, zahlr. Abb., Hardcover, VP: 24,50 Euro. Bezug: Morgana-Edition Peter N. Morgen, Tel. 030/32 89 12 93, E-Mail: pm@morgana-edition.de, www.morgana-edition.de