(AIJP/pcp) Am 1. September 2022 verstarb der Journalist, Politikwissenschaftler und philatelistische Autor mehrerer philatelistischer Bücher über die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und den Genozid an den deutschen und europäischen Juden, Heinz Wewer in Berlin. Sein Spezialgebiet war die deutsche Geschichte von 1933 bis 1945, über die ich mich über viele Jahre regelmäßig und intensiv mit ihm austauschen durfte.

Der aus Köln stammende Wewer machte in Emden sein Abitur und studierte anschließend im In- und Ausland Jura, Geschichte und Politikwissenschaften. Als Fulbright Stipendiat kam er in New York mit Hannah Arendt in Kontakt. Seine berufliche Laufbahn war von seinem Spezialgebiet geprägt. So berichtete er vom Eichmann-Prozess in Jerusalem und beteiligte sich maßgeblich an der Veröffentlichung der medizinischen Menschenexperimente im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück. Er setzte sich für die deutsch-israelische Versöhnung ein und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Document Center in Berlin. In diesem Zusammenhang eignete er sich ebenso profunde Kenntnisse in der Postgeschichte an. Dabei fand er mit dem inzwischen verstorbenen Wolfgang Haney aus Berlin einen kompetenten Partner.

In seinen Büchern, sämtlich erschienen im Verlag Hentrich & Hentrich Berlin/Leipzig, die auf vielen nationalen und internationalen Ausstellungen, zuletzt auf der HELVETIA 2022 in der Schweiz, mit Groß-Gold, Gold- und Groß-Vermeil-Medaillen ausgezeichnet wurden, prägte er maßgeblich den Weg der „Social Philately“. Der Berliner Tagesspiegel bezeichnete Wewer als „international angesehene[n] Vertreter einer auf die Jahre der Nazidiktatur ausgerichteten „Social Philately“. „Abgereist, ohne Angabe der Adresse“ war sein erster prägnante Titel. Auch in weiteren Medien der Print-Presse fanden seine Publikationen eine positive Resonanz. Wewers Beteiligungen, u.a. an der NAPOSTA 2020 in Haldensleben, bei der STOCKHOLMIA 2019, in London, Israel sowie den Gewinn des FEPA-Awards 2018 und des Rauhut Literatur Förderpreises 2018 anlässlich der 2. ArGe-Literaturausstellung Sindelfingen, sprechen eine eindeutige Sprache.

Noch im Frühjahr dieses Jahres sprach er mit mir über ein letztes Buchprojekt, das er nach seiner umfangreichen medizinischen Behandlung angehen wollte. Dazu ist es nicht mehr gekommen. Er wird jedoch mit seinen Publikationen weiterhin in Erinnerung bleiben. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie.

Abbildung: Das Foto zeigt Heinz Wewer (in der Mitte) bei der Verleihung des Rauhut Literatur-Förderpreises 2018 in Sindelfingen.