„Es war einmal Rock ‚n‘ Roll – Die Briefpost stirbt aus, aber das Markensammeln ist lebendig …

(wm-pcp) … und hat sich sehr verändert“, sinniert Hans Böller, Redakteur bei den „Nürnberger Nachrichten“, in seinem ganzseitigen (!) Artikel vom 13. April 2026, der den Leser auf Seite 3 der bekannten Tageszeitung erwartete. Mit seinem Titel und Untertitel mag er ja richtig liegen, aber dazu gehört auch, dass sich über die Jahre und Jahrzehnte die Berichterstattung in der Presse generell sehr geändert hat. Mehr zum Kritischen, zum Oberflächlichen, zu Negativ-Wertungen statt zu ehemaliger Kompetenz und guter Recherche.

Böllers Beitrag ist eine Ausnahme. Fundiert und lebendig geschrieben schildert er in seiner kleinen Reportage einen Besuch beim Philatelistenclub 1891 Nürnberg, seine Gespräche über die frühe Philateliegeschichte der Stadt – namentlich über Georg Zechmeyer, einen der allerersten Briefmarkenhändler in Deutschland –, aber auch über die heutige Realität, die ihm vom Vorsitzenden Herbert Fenzel und von Thomas Schiller und Günther Korn näher illustriert wird.

„Der Verein in Nürnberg war inspirierend, nette Menschen mit Begeisterungsfähigkeit, ich durfte mich willkommen fühlen“, fasst Böller seinen Eindruck nach seinem Besuch zusammen. Er gestand aber auch: „Gesammelt habe ich selbst nie, aber schöne Briefmarken gefielen mir immer, und auf das Thema kam ich, weil mein Patenkind sich an der Sammlung meines verstorbenen Vaters sehr erfreute.“ – Indirekt war er philatelistisch wohl schon etwas „vorbelastet“, was der Dichte und Tiefgründigkeit seiner Recherche sichtlich zustattenkam. Chapeau!

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