(wm-pcp) Man glaubt es kaum, wie vielfältig und erlesen dieser nun bereits vierte Teil der vermutlich größten Sammlung des „Königreich Württemberg 1851 bis 1875“ ist, den Roland Meiners, Chef und Inhaber des Kölner Auktionshauses Dr. Wilhelm Derichs, versteigert. Dieses Mal sind es die Lose 1110–1443, also 333 insgesamt. Wer die bisherigen Hardcover-Sonderkataloge aufmerksam betrachtet, bemerkt schnell, dass Meiners die Losnummern weiterzählt, so dass sich am Schluss der Versteigerungsserie (weitere Teile kommen bis 2024 unter den Hammer) ein Nachschlagwerk der Württemberg-Philatelie ergibt, wie es bisher wohl keines in dieser Art gab. Mehr als 160 Seiten sind es dieses Mal, und alle Lose, Marken wie Briefe, werden einzeln farbig abgebildet und kompetent beschrieben, gleich, ob gegen Gebot, für 100 oder für 45.000 Euro ausgerufen.

Von amtlichen bis zu anderen Neudrucken findet sich vieles, besonders aber von reizvollen Frankaturen, zumal mit Auslandsdestinationen oder speziellen Verwendungsformen (z.B. eine 70-Kreuzer-Marke in Währungsmischfrankatur auf Paketkarte!) gibt es so manches, was das Auge erfreut, auch wenn sich nicht jeder alles leisten kann. Empfohlen seien die vielen Briefstücke mit vollständigen teils farbigen und ungewöhnlichen Stempeln, die Fritz Trost in einer außergewöhnlichen Fülle zusammengetragen hat.

Wie bisher leitet Prof. Dr. Herbert Zielinski den Katalog mit einem weiteren Fachbeitrag ein, dieses Mal zum Thema „Bevölkerungsentwicklung um 1850“. Ein interessantes Thema, das dem Leser deutlich macht, wie bewegt die damaligen Zeiten waren und dass nicht alle, zumal nicht die breite Bevölkerung, auf der Sonnenseite des Lebens standen. Auswanderung war für viele Mutige das Thema jener Jahre, Hoffnung auf ein besseres Leben, was in bedrückender Weise an die Gegenwart erinnert.

Die Auktion findet am 30. April im „Althoff Hotel am Schlossgarten“, Schillerstraße 23 in 70173 Stuttgart ab 10.30 Uhr statt.

Online Live Bidding ist über www.philasearch.com möglich.