50 Jahre Auktionshaus Ulrich Felzmann – erfolgreiche Jubiläumsauktion

(Leon Peplies-Felzmann / pcp) Mit der 187. Felzmann Auktion am 16.–19. Juni 2026 feierte das etablierte Auktionshaus Ulrich Felzmann sein 50-jähriges Bestehen – gerade in heutiger Zeit ein großartiger Meilenstein in der Firmengeschichte und auch in der Philatelie!

Der erste Auktionstag stand ganz traditionell wieder im Zeichen des Spezialgebiets im Hause Felzmann: der Flug- und Zeppelinpost. Die erste der beiden herausragende Sammlungen, die in dieser Jubiläumsauktion angeboten wurde, stammt von Jim Graue aus den USA. Seine Sammlung, die er als Autor des Kataloges und Standard-Werkes zu den Lufthansaflüge und Zeppelinpost nach Brasilien mit Besonderheiten wie Kombinationen mit Katapultflügen in vielen Jahrzehnten aufgebaut hatte, erzielte zum Teil spektakuläre Zuschläge. Es kamen aber auch viele ganz bewusst zu sehr moderate Startpreisen angesetzte Belege zum Angebot, sodass jeder Sammler seine Sammlung mit besonderen Stücken aus dieser prominenten Quelle schmücken und ergänzen konnte. Das Thema erfreute sich nach wie vor einer außerordentlichen Beliebtheit.

Einige Highlights, Los 3095 die extrem seltene Zuleitung aus Haiti zum Katapultflug vom Dampfer Bremen kletterte von 800 Euro auf 4.000 Euro, Los 4164 der extrem seltene Abwurf Jakutsk in Sibirien während der Weltrundfahrt des LZ 127 auf dem Weg nach Tokio erzielte 4.200 Euro, Los 4187 der Abwurf auf dem Gletscher am Jungfraujoch brachte die geforderten 8.000 Euro und auch das Titelstück, Los 4675 das legendäre Parahyba Provisorium, konnte mit 25.000 Euro zugeschlagen werden.
Der zweite Auktionstag begann mit den Autographen und dem mit besonderer Spannung erwarteten Los 2868. Interessierte Sammler lieferten sich ein hartnäckiges Bietergefecht um einen handgeschriebenen Brief des polnischen Komponisten Frédéric Chopin. Bei einem Ausruf von 3.000 Euro ging der Zuschlag bei stolzen 18.000 Euro an den siegreichen Telefonbieter.

Das Angebot aus Europa und Übersee war bei dieser Auktion geprägt von der zweiten sehr großen Sammlung, die in dieser Jubiläums-Auktion angeboten wurde. Mit Schwerpunkt Russland und einer großen Auswahl russischer Philatelie und russischer Gebiete in der Levante und Asien erwies sich dieses Gebiet als äußerst gefragt und brachte neben einer sehr guten Verkaufsquote vielfach absolut überraschende Steigerungen, oft auf ein Vielfaches des Startpreises.
Einige Beispiele, Los 5303 eine Nr. 1 auf Brief aus Rjasan (Nummernstempel „39“) nach Moskau in bestechender Optik schoss von 1.500 Euro auf 11.000 Euro, dann Los 5305 wieder mit einer Nr. 1 ein Brief nach Riga in nicht ganz so erlesener Erhaltung brachte bei günstig angesetzten 700 Euro Ausruf ebenfalls 11.000 Euro. Viele weitere kleine und große Spezialitäten wechselten bei reger persönlicher Beteiligung der Bieter im Saal und wie gewohnt auch online weltweit von zu Hause aus nach teils erbitterten Gefechten den Besitzer.

Ebenfalls aus dem Russland-Bestand stammt ein Brief aus Polen, Los 5244, eine Nr. 1 auf Brief aus Nieszawa 1860 nach Warschau mit extrem seltener handschriftlicher Entwertung durch die Bahnpost, er startete bei sicher sehr günstigen 250 Euro und erzielte 5.200 Euro

Auch bei der deutschen Philatelie war die Nachfrage groß. Altdeutschland brachte schöne Ergebnisse, so ging mit Los 6455 ein waagerechtes Typen-Paar der 18 Kr Württemberg Nr. 5 auf Brief in Dreifarben-Mischfrankatur nach Palermo von 800 Euro auf 4.200 Euro hoch, Kiautschou erzielte mit Los 6962 für eine imposante Frankatur diverser Provisorien der 5 Pfg auf 10 Pfg Krone/Adler einen Zuschlag von 16.500 Euro.

Beachtlich ist auch der Zuschlag im ganz modernen Teil der deutschen Philatelie, Los 7558 ein FDC der Marke „Digitaler Wandel“ aus 2021 mit Abart „ohne Matrixcode“, der Brief wurde von 1.200 auf spektakuläre 7.000 Euro hoch gesteigert.

Am letzten Auktionstag stand wie immer das Sammlungsangebot auf dem Programm. Der Auktionssaal war gleich zu Beginn bis zum letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Sammler wollten das spezielle Jubiläumsangebot nicht verpassen – die ersten 50 Lose bot das Haus mit einem pauschalen Ausruf von 50 Euro an, mit der einmaligen Chance eine gute Sammlung zu einem einzigartigen Preis zu ersteigern. Natürlich blieb es nicht bei 50 Euro, der Hammer fiel nach meist heftigen Bietergefechten, die das rege Interesse an der Philatelie allgemein und den Anspruch der Sammler an die Qualität einer Sammlung deutlich widerspiegeln.

Auch die restlichen Angebote an Sammlungen überzeugten generell mit sehr guten Verkaufsquoten und dem unverändert hohen Interesse, besonders bei ungewöhnlichen Gebieten.