(pcp/wm) Man hat sich ja beinah schon an die außergewöhnlichen Ergebnisse der einzelnen Erivan-Versteigerungen gewöhnt, die halbjährlich in Wiesbaden, Zürich und New York stattfinden. Am 10. Dezember 2020 war wieder einmal das Auktionshaus H. R. Harmer an der Reihe, um einen weiteren Teil der superben Kollektion des bekannten Philatelisten Erivan Haub anzubieten. Zwar waren es nur 142 einzelne Lose, aber jedes hatte es in sich. Edle Einzelstücke und Briefe von höchster Qualität: Haub hatte das Schöne geliebt und das Seltene bewundert. Eben dies machte der einmal mehr passend dazu produzierte Hardcover-Katalog mit seinen 132 Seiten mehr als deutlich. Von den 142 Losen blieben nur drei unverkauft, was mit einer Quote von fast 98% für einen Versteigerung eine Traumquote ist. Ähnlich sah es bei dem Ausruf- und Zuschlagswert. 333.725 US-$ stand ein Zuschlagsergebnis von – sage und schreibe – 720.115 $ gegenüber. Die Lose spielten also im Schnitt deutlich mehr als das Doppelte ihres Ausrufes ein. Dabei ist die Realität differenzierter. Während eine Reihe von Losen beim Ausruf blieben oder nur ein wenig darüber weggingen, waren es andere, die zu „Himmelstürmern“ wurden. Da wurden Briefe, für gerade einmal 75 $ angeboten (Los 19) auf 1.100 $ hoch gesteigert, ein anderer kletterte von 150 $ (Los 123) auf sagenhafte 3.500 $. Dekorative Schmuckbriefe gingen wie immer gut weg, ebenso die diversen Fancy-Cancellations. Top-Stück blieb das Titelfoto des Kataloges, eine Postmaster-Ausgabe der 5c im Paar, 1861 in Livingstone verwendet. Bei einem Ausruf von 75.000 $ war für einen Bieter noch Luft bis zum Zuschlag von 125.000 $! Steigerungen bis zum Zehnfachen des Ausrufes waren keine Ausnahme, manches Mal näherte die die Grenze des Machbaren erst beim fünfzehn- oder zwanzigfachen. Man darf gespannt sein, wie es bei den noch kommenden Auktionen sein wird, braucht aber kein Hellseher zu sein, um die Prophezeiung zu wagen, dass es auf ähnlichem Niveau weitergehen wird.