Präsident André Kuper übergibt 428 Dokumente des Neusser Auktionshauses Felzmann an die Internationale Auschwitz Stiftung
(pcp) Mit Datum vom 31. Januar 2026 veröffentlichte der Landtag Nordrhein-Westfalen folgende Medieninformation: Der Präsident des Landtags, André Kuper, hat am gestrigen Freitag stellvertretend 428 Dokumente, darunter Lagerpostkarten, Täterbriefe und Lagergeld der Internationalen Auschwitz Stiftung, Warschau, übergeben. Die Dokumente sollten ursprünglich aufgrund ihres philatelistischen Wertes Anfang November 2025 in der Auktion „Das System des Terrors 1933–1945 Vol. II“ versteigert werden. Das Auktionshaus hatte nach Protesten, u.a. des Fritz Bauer Instituts und weiterer Gedenkstätten, die Auktion seinerzeit abgesetzt und seitdem nach einem Weg gesucht, die historisch wertvollen Zeugnisse an die Gedenkstätte Auschwitz übergeben zu können, dem auch die Einlieferer zustimmen mussten. Es folgten intensive Gespräche, in denen auch steuer- und haftungsrechtliche Fragen zu klären waren. André Kuper sagte: „Ich bin dankbar, dass wir eine Möglichkeit gefunden haben, den Dokumentenbestand an die Archive der betreffenden Gedenkstätten zu übergeben. Die Erinnerung in Archiven und Museen wahrt die Würde der Opfer und dient der weiteren Forschung und Aufklärung über die menschenverachtenden nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungsprozesse“. Für den Ankauf der Dokumente sind keine öffentlichen Gelder verwendet, sondern Spender gefunden worden. André Kuper dankte der Bethe-Stiftung aus Bergisch-Gladbach für ihr beherztes Engagement. Der Präsident des Landtags dankte namentlich Dr. Reinhard Fischer, Inhaber und Geschäftsführer des Auktionshauses Felzmann, für seine Bereitschaft, den Dokumentenbestand der geplanten Ausstellung, in die Hände der Gedenkstätten zu übergeben. Dr. Fischer sagte dazu: „Ich bin glücklich, dass diese historisch und philatelistisch bedeutenden Dokumente an den richtigen Ort und in die richtigen Hände kommen.“ Die polnische Stiftung Auschwitz-Birkenau übernimmt den Bestand nun treuhänderisch und hat zugesagt, alle Dokumente, die andere Gedenkstätten betreffen, dorthin zu übergeben. Der Generaldirektor der Stiftung, Woicek Soczewica, bedankte sich für die Unterstützung aus Nordrhein-Westfalen: Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Dokumente nun ins Archiv der Gedenkstätte Auschwitz und weitere Gedenkstätten aufgenommen werden könnten. „Diese Dokumente sind für unsere Arbeit in der Gedenkstätte Auschwitz von unschätzbarem Wert und sind von enormer allgemeiner und öffentlicher Bedeutung.“ Sie werden ins Archiv der Gedenkstätte aufgenommen, restauriert und wissenschaftlich ausgewertet. Der Ankauf der Dokumente wurde treuhänderisch über eine gemeinnützige Stiftung der Bank für Kirche und Diakonie in Dortmund (KD-Bank-Stiftung) abgewickelt. Die Arbeit zur Klärung aller rechtlichen Fragen und das Aufsetzen nötiger Verträge übernahm ein Düsseldorfer Notar. Über weitere Vertragsinhalte wurde Stillschweigen vereinbart.
