(wm-pcp) Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wagten es die mutigen Griechen, die in der Hellenic Philatelie Society, dem nationalen Verband griechischer Philatelisten organisiert sind, vom 18.–21. November in Athen eine große Schau bester Exponate aus mehr als 30 europäischen Ländern zu präsentieren. Der am südlichen Rand der griechischen Hauptstadt nicht unweit von der Akropolis gelegene Veranstaltungsort, das Zappeion, ein 1888 eingeweihtes klassizistisches prunkvolles Gebäude in unverkennbar griechischem Stil, war ein exzellenter Ort, um die 285 wertvollen Exponate – gut geschützt von Tageslicht – zu präsentieren. 30 Juroren, darunter zwei Mitglieder des sog. Expert Teams sowie vier Juryeleven, hatte alle Hände voll zu tun, um die finalen Entscheidungen zu treffen.

Täglich waren sicherlich einige hundert Besucher anzutreffen, am Samstag, den 20. November, noch deutlich mehr, die den Stand der griechischen Post und des namhaften Griechischen Auktionshauses Karamitsos belagerten, dann aber auch einzelne Exponaten, die in diesem schönen Rundbau rundherum in Reihen angebracht waren, besichtigten. Sicherlich hätte diese wirklich sehenswerte Ausstellung weit mehr Besucher verdient gehabt. Aber in Coronazeiten ist man ja bereits froh, wenn überhaupt Menschen den Weg finden.

Athen lockte natürlich auch mit seiner reichhaltigen Kultur, mit der Akropolis, zahllosen einmaligen Museen und mit seinen ungezählten Restaurants, in denen es für jeden je nach Geschmack und Geldbeutel etwas gab. Vorausgesetzt, man war doppelt geimpft oder getestet und trug Maske. Denn dies wurde in jedem Geschäft, in jedem Lokal, selbst in allen Hotels eingehend überprüft. Dank einiger schönen warmen Tage ertrug man all dies mit Gelassenheit. Dafür glänzte Athen mit der landestypischen Gastfreundschaft.

Gute Erfolge für deutsche Aussteller

19 deutsche Aussteller waren mit einem oder mehreren Exponaten vertreten. Dr. Wolfgang Leupold erreichte mit „Inflation in Soviet Russia“ Gold, Arnim Knapp mit „The simplification of Postal Services with Switzerland”, ebenfalls. Auf gleicher Höhe rangierte Wilhelm Grundmann mit seinem Mongolei-Exponat, Dieter Egelriede mit der Thematik-Sammlung zur altgriechischen Mathematik und Literaturaussteller Wolfgang Maassen war gleich mit zwei Goldmedaillen vertreten. Rüdiger Fritz mit „Athens 1896 – The return of the Olympic Games“ erhielt Großgold mit 95 Punkten und Sonderpreis und Johannes Bornmann erreichte sogar mit seiner Nepalsammlung und 96 Punkten die Großgold-Medaille und war einer der drei Kandidaten für den Grand Prix International. Letztlich unterlag er knapp Joseph Hackmey aus Israel/England, für den die Stimme des Präsidenten der Jury den entscheidenden Ausschlag gab.

Alles in allem konnten die Aussteller wohl zufrieden sein mit ihren Ergebnissen, auch wenn es wie immer an manchen Resultaten gelinde Zweifel gab. Dass die Ausstellungsleitung beim Palmares die Gold- und Großgoldauszeichnungen der Literaturaussteller völlig vergaß, war für Anwesende nicht erfreulich, aber eine der Pannen, die man angesichts der guten Stimmung gerne verzieh. „See you again in…“ hieß es auf der Rückseite des gedruckten Palmares. Vielleicht in fünf Jahren? Wer weiß?