NEU ERSCHIENEN: Florian Berger: Die postalischen Verhältnisse in Hamburg. Hamburg-Philatelie 1859–1867

(wm-pcp) Es ist lange her, dass zur Hansestadt Hamburg und dessen faszinierender Post- und Philateliegeschichte des 19. Jahrhunderts lesenswerte umfangreichere Monografien erschienen sind. Die letzte nennenswerte Arbeit war die von Dr. Ernst Meyer-Margreth zu den Poststempeln von Hamburg (1965), die es immerhin auf 87 Seiten brachte, allerdings nur den Poststempeln gewidmet war. Berger geht das Thema grundsätzlicher und breiter an, denn in Hamburg waren zwischen 1859 bis 1867 insgesamt sieben Postverwaltungen mit zum Teil bedeutenden Ober-Postämtern aktiv, deren Dienste jeweils für bestimmte Länderdestinationen und Gebiete zuständig waren. Daraus resultierten zahlreiche heute faszinierende Frankaturen mit den seltenen Schillingmarken, aber auch nur in begrenzter Zahl vorkommende Versendungsformen und Auslandsfrankaturen.
Die Freie Stadt Hamburg war am 1. Januar 1852 dem Deutsch-Österreichischen Postverein beigetreten, aber es sollte noch sieben Jahre dauern, bis das Stadtpostamt in Hamburg eigene Briefmarken herausgab. Dafür dann aber gleich sieben verschiedene in Schilling-Währung, die u.a. für bestimmte altdeutsche Gebiete, nach England und den Niederlanden und nach Übersee verwendet werden konnten.

Was an diesem Buch beeindruckt, ist die Fülle und Präzision der postgeschichtlichen Einbettung. Dies beginnt mit umfangreichen Tabellen zu Umrechnungskursen der Silbergroschen in andere Währungen, mit Reduktionstabellen Dänischer Skillinge in Hamburger Schillinge etc. und reicht von relevanten Erlassen bis zur Wiedergabe von Verfügungen und Ankündigungen. Jeweils passend zu den zahlreichen (Teil-)kapiteln integriert. Verständlicherweise liegt dann der Schwerpunkt auf den Postwertzeichenausgaben, deren Varianten an Marken und Ganzsachen sowie Stempeln für jede Postverwaltung/Oberpostamt detailliert bearbeitet wird. Gleiches gilt für die Destinationen, für die einzelne dieser Ämter zuständig waren. Damit gewinnt diese Monografie den Charakter eines Grundlagenwerkes, an dem keiner vorbeigehen kann, der sich einmal näher mit dem Sammelgebiet Hamburg beschäftigen will. Leicht verständliche Texte und üppige Vielfalt von Belegmaterial sprechen an, ebenso der saubere Druck auf gutem Kunstdruckpapier. Vom Design her ist dieses neue Hardcoverbuch mit den beiden früheren Publikationen von Florian Berger (Oldenburg-Philatelie 1852–1867, 2022 erschienen; Schwerin & Strelitz. Mecklenburg-Philatelie 1856–1867, 2024 erschienen) identisch. Wie diese wurde die 1. Auflage des Werkes nur in 100 Exemplaren gedruckt und ist für einen günstigen Preis von 39 Euro erhältlich.

Kurzdaten: Format DIN A4, 196 Seiten, in Farbe, Hardcover, VP: 39 Euro zzgl. Versandkosten. ISBN 978-3-911997-31-7. Herausgeber: Heinrich Köhler Verlag. Auslieferung: Heinrich Köhler Auktionshaus GmbH & Co. KG, Hasengartenstr. 25, 65189 Wiesbaden, Tel. + 49 (0) 6 11 34 149-0, E-Mail: info@heinrich-koehler.de, www.heinrich-koehler.de