Mehr als 75 Jahre „philatelie“. Wer erinnert sich noch an die Macher?

(wm-pcp) „philatelie“ heißt die Verbands- und Fachzeitschrift des Bundes Deutscher Philatelisten (BDPh), die ab 1949 zuerst viele Jahre unter dem Titel „Bundesnachrichten“ erschien. Lange Zeit war diese Verbandspublikation auch kaum mehr als das, erst ab Mitte der 1970er-Jahre sollte sich dies ändern. Ein Rückblick auf die vielfach kaum noch bekannten Macher und die Entwicklung dieser selbst heute noch auflagenstärksten Fachzeitschrift in Deutschland soll dies einmal konkretisieren.

1949 erschienen die Nr. 1–3 der „Bundesnachrichten“ (BN) in den Monaten Januar, März und August mit vier oder sechs Seiten im Format DIN A5. Redakteur war der damalige Geschäftsführer des BDPh, Willy Heß und der Sitz der Redaktion war in Hamburg. Ihm folgte in beiden Funktionen von Nr. 4 bis Nr. 38 (Februar 1950 bis Herbst 1957) Rudolf Bald, der neue Geschäftsführer, der die Redaktion von Frankfurt am Main aus in die Hände nahm.

Ein dreijähriges Zwischenspiel nahm von Nr. 39 bis 49/50 (Ende 1957 bis Dezember 1960) Anneliese Peucker, geb. von Sack (ab Oktober 1960 Anneliese Münzberg) wahr, die erste und bisher einzige Schriftleiterin dieses Publikationsorganes und Geschäftsführerin des BDPh von 1957–1959. Ab Nr. 51 bis 63 übernahm ein Vollblut-Journalist, Pierre Séguy aus Saarbrücken von Januar 1961 bis März 1964 diese Aufgabe als Schriftleiter, dann war Werner Münzberg in Frankfurt a.M. am Ruder, der Annelies Peucker ehelichte und als Schriftleiter die Nr. 64 bis 84 (April 1964 bis März 1969) gegen ein kleines Honorar betreute.

Münzberg bearbeitete und redigierte auch die ersten fünf Ausgaben der sog. Beilage „Philatelie und Postgeschichte“ ab Mitte 1967. Als er die Manuskripte dann etwa ab Herbst 1968 Ernst Moering vom Bundespostministerium vor Drucklegung zur Vorzensur einreichen sollte (das BPM hatte mit dem BDPh 1966 die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte gegründet, deren Organ diese Beilage war) und Münzberg sich geweigert hatte, dies zu tun, wurde die sog. Beilage bis etwa 1975 beim BPM in Bonn redigiert und auch gedruckt.

Mit der Nr. 85 der BN schlug die Stunde von Günther Welter, der nach Münzbergs Ausscheiden ab Juli 1969 bis November 1979 (Nr. 128) als Berufsjournalist die Zeitschrift verantwortete, deren Titel dann ab Nr. 107 (Januar 1975) „Philatelie“ lautete. Ebenfalls rund zehn Jahre war nach ihm von Nr. 128/November 1979 bis Nr. 183/Dezember 1988 der vormalige Sportredakteur Wolf J. Pelikan in Bonn verantwortlicher Redakteur der „philatelie“, unterstützt von Josef Walter König, der von November 1979 bis Dezember 1986 mit von der Partie war.

Ab Januar 1989 übernahmen Claudia und Wolfgang Maassen in Schwalmtal diese Aufgaben, bauten die Zeitschrift endgültig zu einer später gar monatlich erscheinenden Fachzeitschrift – ab 1993 im Format von ca. DIN A4 – aus, besorgten dann in ihrem Phil*Creativ Verlag selbst Satz und Layout und steigerten die Auflage auf bis nahezu 80.000 Exemplare. Bis Ende 2016 nahmen sie und ihr Team diese Aufgaben wahr. Seitdem ist die Redaktion in Händen von Udo Angerstein und dem Philapress Verlag in Göttingen.