Manfred Ruppel hat die Feder aus der Hand gelegt
(wm-pcp) Manfred Ruppel, geboren am 19. August 1950 in Frankfurt am Main, gestorben am 26. Februar 2026, war sicherlich ein ungewöhnlicher Philatelist. Das Prädikat „ungewöhnlich“ galt bereits für seinen Lebenslauf. Er besuchte die Handelsschule von 1967–1970, es folgte eine Banklehre, danach eine Laborumschulung und der Besuch der Senckenberg Schule von 1971–1973, jeweils in Frankfurt am Main. 1975 bestand er das sog. Begabtenabitur in Gießen und war Gasthörer „Geschichte der Naturwissenschaften“ (1978–1981) u.a. Von 1973–2015 war er als Naturkundlich-technischer Angestellter an der (J.W.) Goethe-Universität Frankfurt am Main / Botanisches Institut / Fachbereich Biowissenschaften angestellt und leitete eigenständig ein „Service-Labor Elektronenmikroskopie“.
Sammler war seit 1960 und später verheiratet mit Christine R., mit der er eine Tochter namens Anja hatte. 40 Jahre hatte er an der Universität gearbeitet, aber im Ruhestand danach beschlossen er und seine Frau, 2016 nach Berlin zu ziehen. Dort widmete er sich – von Erlebnisreisen abgesehen – weiter seinen philatelistischen Lieblingsthemen, die er seit 1990 favorisierte: Altdeutschland gesamt, unter Berücksichtigung der historischen Philatelie, also auch Themen wie Druck-Neudrucke-Fälschungen usw. (Leitfiguren: Müller-Mark, Ohrt, Doberer).
Ebenso ungewöhnlich war seine Tätigkeit als Autor. Zahlreiche Fotopublikationen sind sich in Tageszeitungen, etwa FAZ, SZ, Welt u.a. Er war Mitautor von wissenschaftlichen Artikeln: biologischer Mikrokosmos u.a. // literarische Publikationen div. Art, Rezensionen, Erzählungen, KZ-Bericht „Apokalypse unserer Tage“ (1987) u.a., aber auch Herausgeber zu: Werner Schmitz „Frankfurt – Poesie einer Stadt“ 2002. Diverse Beiträge zu und um den franz. Autor Céline (u.a. „allmende“ 2006) belegen seine Handschrift, wie auch die Philatelie früherer Zeiten populär darstellende Beiträge in Tageszeitungen (Frankfurter Rundschau, Stuttgarter Zeitung, Leipziger Volkszeitung).
In Erinnerung bleiben werden seine philatelistischen Romane. 2016 erschien „Das unscheinbare Glück des Sammlers“ mit vier Erzählungen, die er zusammen mit Wolfgang Maassen unter dem Titel „Sammel.Leiden.Schaft“ veröffentlichte (2017, 2. Auflage), außerdem „Sammler auf Abwegen. Ein (philatel.) Krimi aus dem Frankfurter Nordend“ (2018) und „Das Quartett der Sammler“ (2020). Die Taschenbücher erschienen jeweils im Phil*Creativ Verlag in Schwalmtal.
Wer Ruppel kannte, war stets beeindruckt von seinem offenen und fröhlichen Wesen, von seinem Humor und seiner Hilfsbereitschaft. Menschen wie er werden nicht nur seiner Familie, sondern auch der Philatelie fehlen.
