Ein neues Buch zum „Glasewald-Jahr“!
(mt-pcp) Es überrascht, dass über Arthur Ernst Glasewald (*2. August 1861 in Gößnitz) bislang keine ausführliche Biografie erschienen ist und es musste bis 100 Jahre nach seinem Tod am 16. September 1926 in Gößnitz dauern, bis nun eine solches unter dem Titel „A. E. Glasewald und seine Familie. Pioniere der Philatelie“ erschien. Glasewald war ein Pionier im wahrsten Sinne des Wortes, ein Wegbereiter und Vordenker, der als einmaliger Förderer neue Konzepte umsetzte und noch wenig erschlossenes Terrain für die Philatelie fruchtbar machte. Einige Stichworte mögen dies belegen.
• Glasewald war der erste gelernte Berufsphilatelist. Von 1882–1885 ging er bei Julius Goldner in Hamburg in die Lehre.
• Er war ein Vereinsgründer und -initiator, dem die unglaubliche Zahl von bis zu 100 Vereinsgründungen zugeschrieben wird.
• Er war 1888 Gründer einer der ersten Studiengruppen – heute würden wir sagen: Arbeitsgemeinschaften: der Sammler von Privatpostwertzeichen.
• Ein Jahr später, 1889, gründete er einen Verband, den (Mittel)-Deutschen Philatelisten-Verband, den Vorläufer des ersten nationalen Verbandes (des Bundes Deutscher und Österreichischer Philatelistenvereine).
• 1895 gründete er – dem damals neuen Sammeltrend folgend – einen „Verein der Stempelsammler“ und publizierte als Schriftleiter in seiner Verbandszeitschrift „Deutsche Philatelisten-Zeitung“ ständige Berichte über Fälschungen und Fälscher.
• Er förderte die Entstehung des neuen Bundes 1896 in Köln, arbeitete als Prüfer und Experte und wurde ab Januar 1899 Leiter und Geschäftsführer der Bundesprüfstelle des BDPh.
• Sein neues Haus 1903 in Gößnitz war als „Heim der Philatelisten“ ein Vorläufer späterer „Häuser der Philatelie“.
• 1898 und 1908 organisierte er die Deutschen Philatelisten- und Bundestage in Gößnitz. Im letztgenannten Jahr war er der erste (oder einer der ersten?), die das Sammeln von Marken auf Brief empfahlen.
• 1910 prägte er als erster den Begriff „Berufsphilatelist“.
• 1912 empfahl er statt Tischauslagen neue praktikablere Ausstellungsgestelle für Rahmen, die – natürlich mit so einigen Abweichungen – heute noch für Exponatblätter genutzt werden.
Dies und so manches mehr thematisiert der Autor des neuen Buches, der bekannte Philatelie-Historiker Wolfgang Maassen, auf rund 350 Seiten. Er vermag dabei vieles bislang völlig unbekannte in Wort und Bild darzustellen, wobei ihn tatkräftig Hans-Peter Garcarek unterstützte. Wie so häufig bei Büchern der „Chronik der Deutschen Philatelie“-Buchreihe ist auch dieses eine Familien- und Firmengeschichte, zu der auch Nachfahren selbst Substantielles beigetragen haben. Ebenso Archive (z.B. die Heimatstube in Gößnitz) und Philatelistische Bibliotheken. Zehn lesenswerte Artikel erwarten den Leser, dazu ein umfangreicher Anhang. Wie gewohnt ist auch dieses neue Werk professionell und ansprechend gestaltet.
Kurzdaten: Format DIN A4, 352 Seiten, in Farbe, Hardcover mit Fadenheftung, Verkaufspreis: 58 Euro zzgl. Paketporto. Bestelladresse: Phil*Creativ Verlag, Vogelsrather Weg 27, 41366 Schwalmtal, Tel. 0 21 63/48 66, E-Mail: faktura@philcreativ.de
Hinweis: Das Buch wird am 12./13. September erstmals im Stadtmuseum Siegburg vorgestellt und ist bei der Jubiläumsveranstaltung der Siegburger Briefmarkenfreunde und des Consilium Philatelicum im Museum erhältlich.
