(wm) Ob es ein „Geschenk“ ist, sei dahingestellt, „geschenkt“ erhält man so etwas in aller Regel auch nicht. Die Rede ist von der „Niedersachsen“-Sammlung, die das Auktionshaus Dr. Wilhelm Derichs aus Köln in der aktuellen Januarausgabe der Zeitschrift „philatelie“ auf vier Seiten zum Festpreis von 350.000 Euro präsentiert. Für „Normalsterbliche“ wohl kaum bezahlbar, für Investoren und Liebhaber, die über das nötige „Kleingeld“ verfügen, sicherlich eine Überlegung wert. Insgesamt enthält das Album auf 80 Seiten 270 „Pretiosen“. Man kann also leicht den Durchschnittspreis der Stücke ausrechnen, der bei knapp 1.300 Euro liegt. Die Kollektion, der der Anbieter Roland Meiners „außergewöhnliche Qualität“ zuschreibt, enthält nur Objekte von drei altdeutschen Staaten: dem Königreich Hannover, dem Herzogtum Braunschweig und dem Großherzogtum Oldenburg. Meiners attestiert dem Gesamtobjekt den Status des „Kulturgutes der deutschen Geschichte“, zumal die Belege aus der Zeit von 1850 bis 1867 stammen. Sollte es nicht zu einem Gesamtverkauf kommen, halte er auch einen Verkauf der Einzelländer für denkbar, wobei Oldenburg mit 270.000 Euro dann den Vogel abschießt. Wer den Spitzenbrief mit dem Dreierstreifen der MiNr. 5 auf der Titelseite des Prospektes sieht, weiß warum. Man wird sehen, wie der Markt dieses ungewöhnliche Angebot goutiert.