(pcp-wm) Plötzlich und völlig unerwartet verstarb am 21. November 2019 der weithin bekannte Philatelist und Autor Dr. Andreas Birken an den Folgen eines Aorta-Risses. Birken gehörte zu den namhaftesten Autoren und Fachjournalisten in Deutschland. Er war ein vielseitig gebildeter Philatelist, wie sein Lebenslauf aufzeigt. Zur Welt kam er am 12. September 1942 in Stuttgart. Von 1962 bis 1963 studierte er zuerst Musik in Stuttgart, dann aber von 1963 bis 1970 in Tübingen Geschichte, Politik, Anglistik und Islamkunde. Von 1970–1978 war er als Assistent an der Abteilung für neuere Geschichte des Historischen Seminars der Universität Tübingen tätig, zur selben Zeit (1972/78) auch Mitglied des Sonderforschungsbereiches 19 „Tübinger Atlas des Vorderen Orients“. In den Jahren 1978–1981 war Birken Leiter der Dokumentation bei der Zeitschrift MERIAN in Hamburg und von 1981 bis 2001 Redakteur beim GLOBUS-Kartendienst in Hamburg, zeitweise (1983–2001) auch als Geschäftsführer. Seit 2001 arbeitete er als freier Publizist, Kartograph und Komponist in der Hansestadt Hamburg.

Seine Sammelinteressen gehörten den Briefmarken Deutschlands, besonders aber der Postgeschichte des Osmanischen Reiches. Außerdem gehörten Britisch-Indien mit Fürstenstaaten, Südafrika bis 1910 und die ganze Welt bis um 1900 dazu. Seine Mitgliedschaften in Vereinen und Studiengruppen waren ebenso vielfältig: ArGe Osmanisches Reich/Türkei (seit 1987; 2. Vorsitzender und Redakteur des „Türkei-Spiegels“ seit 1993); AIJP (seit 1997); OPAL (GB); ONEPS (USA) und Forschungsgemeinschaft Indien.
Hervor trat er bis in die jüngste Zeit als Autor. Er war Redakteur des Türkei-Spiegels seit 1993, zahlreiche Beiträge erschienen aber auch in diversen Fachzeitschriften. An eigenen Publikationen sind u.a. zu erwähnen: Das „Handbuch der türkischen Philatelie“ resp. des Osmanischen Reiches mit diversen Teilpublikationen, aber auch Werke zu den Deutschen Kolonien und zu deutschen Kolonialpolitik (Atlas – Handbuch – Katalog der postalischen Entwertungen. Bände 2. Deutsch Ostafrika, 3. Kamerun und Togo, 4. Südsee, 5. Marokko/Türkei und 6. China – mit H.-H. Gerlach; Philatelic Atlas of British India, CD).

Für MICHEL-schrieb er das „Handbuch der Maße und Währungen des 19. Jahrhunderts“ (CD) und mit H. H. Gerlach den MICHEL-Weltatlas zur Philatelie (CD). Für die AIJP, dem Weltverband der Philatelie-Autoren und -Journalisten, verfasste er zusammen mit Wolfgang Maassen die „AIJP Stilfibel für deutschsprachige Redakteure und Autoren“ sowie die lesenswerte Schrift „Holperdeutsch und Stolperdeutsch“, denn der rechte Gebrauch der deutschen Sprache lag ihm sehr am Herzen.

Wolfgang Maassen, der Präsident der AIJP, sagte, als er von der traurigen Nachricht erfuhr: „Sein Humor, seine Kompetenz und seine Schaffenskraft werden uns sehr fehlen. Er hat sich große Verdienste erworben und wie kaum ein anderer die Türkei-Philatelie gefördert. In seinen zahlreichen Werken wird er weiterleben.“