(pcp-wm) Man könnte vielleicht meinen, dieses beliebte Sammelgebiet sei bereits in den letzten Jahrzehnten überreichlich erforscht worden. Volker Köppels neues Buch belehrt einen aber eines Besseren. Denn – erstmals überhaupt – ordnet er den in kaum überschaubarer Vielfalt bekannten Veranstaltungsbelegen, Stempeln, Sonder- und Werbemarken Preisbewertungen zu, wie sie konkreter und marktnaher kaum sein könnten. Damit geht er weit über die bisher bekannte Literatur, selbst seine eigene aus früheren Jahren, hinaus.

Was ebenfalls ins Gewicht fällt, ist die Verknüpfung von philateliegeschichtlicher Beschreibung der Tagungen und der bedeutenden handelnden Personen mit eben dieser Belegkatalogisierung. 351 Seiten kommen so zusammen und sicherlich noch eine weit höhere Zahl farbiger Abbildungen, unter denen man so manche trifft, die man noch nie gesehen hat.

Köppel folgt in seinem Handbuch der Struktur der jeweiligen Organisationen resp. Verbände, die diese Bundes- und Philatelistentage ausgerichtet haben. Hans Wagner wird das erste Kapitel gewidmet, das zweite dem 1.–8. Philatelistentag (1889–1896), die noch ohne eine nationalen Verband auskamen. Das änderte sich und ab 1897 nahm der im Vorjahr in Köln gegründete Bund Deutscher und Österreichischer Philatelistenverband die Verantwortung für den 9.–30. Philatelistentag (1897–1924) wahr. Es folgten die 31.–41. Tage dieser Art von 1925–1935, nunmehr unter der Regie des neu gegründeten Bundes Deutscher Philatelistenverbände (im In- und Ausland), bis dann der Reichsbund der Philatelisten 1936 das Ruder übernahm und die 42.–47. Philatelistentage in Deutschland ausrichtete. Dann war Schluss. Während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges (nach 1942) fanden keine Deutschen Philatelistentage mehr statt.

Damit endet auch dieses Buch, obgleich die Geschichte der Deutschen Bundes- und Philatelistentage Jahre später weiterging. Das wäre dann reichlich Stoff für einen Folgeband. Dem Autor kann man aber bereits jetzt attestieren, dass er das Thema systematisch und voll umfänglich bearbeitet sowie vieles bisher Unbekannte integriert hat. In dieser Form ist dieser Handbuchkatalog eine ausgesprochen nützliche Wegweisung und Orientierungshilfe für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigt.

HINWEIS: Der neue Handbuchkatalog wird am Freitag, den 27. September, bei der Buchbesprechung des Consilium Philatelicums während des 116. Deutschen Philatelistentages durch den Philateliehistoriker Wolfgang Maassen vorgestellt. Beginn ist um 14.30 Uhr im Alleehotel, Europa-Allee 45, 64625 Bensheim.

Format A5, 351 Seiten, zahlr. Farbabbildungen, Festeinband, VP: 35 Euro zzgl. Versandkostenanteil von 2,20 Euro), hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Geschichte der Deutschen Philatelie e.V. (Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zahlen 25 Euro). Bestellungen gegen Vorkasse bei Günther Korn, Tucherstr. 10, 90562 Heroldsberg, E-Mail: korng@gmx.de. Bankverbindung: Kreissparkasse Ahrweiler, DE85 5775 1310 0000 1103 61.